{"id":145,"date":"2015-09-25T11:52:42","date_gmt":"2015-09-25T09:52:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.geschichtsrallye.de\/?p=145"},"modified":"2016-06-29T17:43:07","modified_gmt":"2016-06-29T15:43:07","slug":"islamophobie-parallele-in-den-abgrund","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.geschichtsrallye.de\/?p=145","title":{"rendered":"Islamophobie &#8211; Parallele in den Abgrund"},"content":{"rendered":"<div class=\"box article\"><a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/essay\/islamophobie-parallele-in-den-abgrund.html\">Erschienen im Perlentaucher: <\/a><strong><span class=\"date\">Islamistische Lobbies haben den Begriff der &#8222;Islamophobie&#8220; konstruiert, um ihn mit dem des Antisemitismus zu parallelisieren. Westliche Intellektuelle machen sich zu Nachbetern dieser Ideologie.<\/span><\/strong><\/p>\n<div class=\"c\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"paragraph topspace\">Holland, die Schweiz und sogar das nette D\u00e4nemark; es scheint tats\u00e4chlich mehr als besorgniserregend: europ\u00e4ische Parteien stacheln &#8222;anti-muslimische Ressentiments&#8220; auf und versuchen mit &#8222;Islamophobie&#8220; W\u00e4hlerstimmen einzuheimsen. Der Trend erinnert an &#8222;den Beginn der 1930er Jahre, als Antisemitismus, Faschismus und Nazismus politisch auf der Tagesordnung standen&#8220;.Wer hat das gesagt? <b>Wolfgang Benz<\/b>, der Urheber der hiesigen Islamophobie-Debatte (hier <a href=\"http:\/\/www.muslim-markt.de\/interview\/2010\/benz.htm\" target=\"_blank\">verficht<\/a> er die These auf Muslim-Markt)? Einer der anderen j\u00fcngsten Verteidiger dieses omin\u00f6sen Begriffes, <b>Micha Brumlik <\/b>(<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/debatte\/ist-die-islamophobie-der-neue-antisemitismus-\/-\/1473340\/4924994\/-\/index.html\" target=\"_blank\">hier<\/a> seine Verteidigung Benz&#8216; in der <i>FR<\/i>) vielleicht, oder <b>Alan Posener<\/b> (<a href=\"http:\/\/starke-meinungen.de\/blog\/2010\/12\/14\/die-islamophobie-und-ihr-kritiker\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>)? Oder stand es im j\u00fcngsten Critical-whiteness-post-colonial-studies-Aufsatzband?\u00a0 Das Seltsame ist, sie alle h\u00e4tten es so sagen k\u00f6nnen, das <a href=\"http:\/\/edition.presstv.ir\/detail\/149828.html\" target=\"_blank\">mahnende Wort<\/a> gegen &#8222;Islamophobie&#8220; kommt allerdings von <b>Ekmeleddin Ihsanoglu<\/b>, dem Chef der &#8222;Organisation der Islamischen Konferenz&#8220;, also dem Dachverband von 57 islamischen Staaten, der auch ein <a href=\"http:\/\/www.oic-oci.org\/page_detail.asp?p_id=182\" target=\"_blank\">Islamophobia Observatory<\/a> unterh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Wer so redet, der sollte jedenfalls wissen, wovon er spricht. Es geht also um das Ganze, wir alle wissen, was nach dem &#8222;Beginn der 1930er Jahre&#8220; folgte; Machtergreifung, &#8222;Reichskristallnacht&#8220;, Auschwitz. Wie gut, dass\u00a0 Ihsanoglus Stellvertreter, ein Herr namens\u00a0 <b>Abdullah Alam<\/b>, zeitgleich im Oktober 2010 noch <a href=\"http:\/\/pakistancyberforce.blogspot.com\/2010\/12\/oic-urges-muslim-countries-to-take.html\" target=\"_blank\">pr\u00e4zisierte<\/a>, es gehe um &#8222;zionistische Verschw\u00f6rungen&#8220; und alle muslimischen Nationen aufrief, sich gegen die &#8222;Feinde des Islam&#8220; zu vereinigen.<\/p>\n<p>Aber so etwas anzuf\u00fchren ist wom\u00f6glich nicht nur polemisch, sondern selbst schon ein wenig &#8222;islamophob&#8220;.<br \/>\n<b><br \/>\nFarid Hafez<\/b> <a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/essay\/ein-gebot-der-stunde.html\">hat<\/a> im <i>Perlentaucher<\/i> <b>Pascal Bruckner<\/b> vorgeworfen, er &#8222;degradiere&#8220; und &#8222;missbrauche&#8220; die &#8222;Islamophobie&#8220; als Kampfbegriff (hier Bruckners Perlentaucher-<a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/essay\/die-erfindung-der-islamophobie.html\">Artikel<\/a>). Hafez findet es vor allem nicht korrekt, dass Bruckner auf den interessengeleiteten Ursprung des Begriffes hinweist: er liegt in der &#8222;Islamischen Republik Iran&#8220;. Dort hat man \u00fcbrigens mittlerweile auch schon die &#8222;Iranophobie&#8220; entdeckt, und die &#8211; kein Witz &#8211; &#8222;Shiitephobia&#8220;.<\/p>\n<p>Es soll also dezidiert nicht interessieren, wie und dass das Konstrukt der &#8222;Islamophobie&#8220; durch bestimmte Staaten und islamistische Interessengruppen genutzt wird, und <b>durchgesetzt werden soll<\/b>. Wir sollen auch besser keinen Blick darauf werfen, f\u00fcr welche politischen Absichten dieser Begriff in die Welt gesetzt worden ist. Wieso eigentlich nicht? Den staatlichen Verfechtern des Konstrukts der &#8222;Islamophobie&#8220; geht es doch um Deutungshoheit und Denkverbote. Am liebsten w\u00fcrden sie mittels der UN erreichen, dass Kritisches zum Islam weltweit ge\u00e4chtet wird. Um nichts anderes dreht es sich hier. Pascal Bruckner hat das Wesentliche dazu gesagt.<\/p>\n<p>Aber warum findet die &#8222;Islamophobie&#8220; neben islamistischen Propagandisten und Vertretern autorit\u00e4rer Regierungen <b>auch im Westen<\/b> zunehmend r\u00fchrige Vertreter? Und warum speziell auch in Deutschland? Es k\u00f6nnte ja zus\u00e4tzlich irritieren, dass die \u00fcberwiegende Mehrzahl der Bef\u00fcrworter dieses Begriffskonstrukts sich wohl selbst <b>als links <\/b>einstufen w\u00fcrde, vielleicht auch als liberal, jedenfalls bestimmt tolerant, weltoffen, aufgekl\u00e4rt antirassistisch und mit wachem, kritischem Blick versehen. Warum wollen sie alle die &#8222;Islamophobie&#8220; so unbedingt nach Hause tragen?<\/p>\n<p>Zuerst einmal muss der Begriff allerdings stubenrein gemacht werden, zu deutlich ist sein Herkommen. Das Verfahren dabei ist etwas simpel: Da der Begriff des &#8222;Antisemitismus&#8220; urspr\u00fcnglich durch Antisemiten erfunden worden ist, sollte man also der &#8222;Islamophobie&#8220; ihre Herkunft auch nicht vorwerfen d\u00fcrfen. Und es gibt sie schlie\u00dflich wirklich, die Islamophobie, oder?<\/p>\n<p>Was es jedenfalls gibt, ein Blick auf den grunds\u00e4tzlich in diesem Zusammenhang immer und immer wieder angef\u00fchrten Blog <i>Political Incorrect<\/i> beweist es ebenso wie die Online-Leserkommentare etwa der <i>Welt<\/i>, es existiert ohne Frage ein Rassismus der sich<b> gezielt gegen Muslime<\/b> richtet. Er bleibt allerdings ein letztlich randst\u00e4ndiger Bereich, der sich ja gerade dadurch manifestiert, dass hier viele Einzelk\u00e4mpfer sich gegenseitig ihre Blogs voll schreiben und bizarrerweise selbst l\u00e4ngst eifriger Suren studieren, als ein durchschnittlicher gl\u00e4ubiger Muslim.<\/p>\n<p>Ginge es nur um eine Abgrenzung vom arg strapazierten Begriff des Rassismus, man k\u00f6nnte dem Unterfangen der &#8222;Islamophobie&#8220; ja noch gelindes Verst\u00e4ndnis entgegen bringen. L\u00e4ngst n\u00e4mlich ist &#8222;Rassismus&#8220; zu einer Floskel verkommen, die gegen alle und jede in Anschlag gebracht werden kann. Was jedoch diesen &#8222;muslimfeindlichen&#8220; Rassismus so spezifisch von jenem unterscheiden soll, der sich in den neunziger Jahren in regelrechten Pogromen gegen &#8222;Asylanten&#8220; entlud, das bleibt unklar. Und der Fall der 2009 in einem Dresdner Gerichtssaal ermordeten \u00c4gypterin <b>Marwa El-Sherbini <\/b>steht nicht nur wegen der Bestialit\u00e4t der Tat singul\u00e4r da. Das zeigte sich auch in der umgehenden und intensiven propagandistischen Instrumentalisierung des Falles durch islamische L\u00e4nder. Es gibt eben keine antimuslimischen Pogrome in Europa. Wir k\u00f6nnten es sonst t\u00e4glich auf den Newsportalen der &#8222;Islamischen Republik Iran&#8220; lesen.<\/p>\n<p>Was es allerdings gibt, das ist ein <b>Kulturkampf<\/b>, den keineswegs Samuel Huntington erfunden hat, sondern der vom Islamismus den offenen Gesellschaften des Westens wie den freiheitlichen Regungen im islamisch gepr\u00e4gten Teil der Welt erkl\u00e4rt worden ist. Als Ausgangsdatum mag man das <b>Jahr 1979<\/b> nehmen, mit der Revolution im Iran und dem, was aus ihr geworden ist. Und in diesem Kampf geht es um ganz konkrete Dinge, wie die schleichende Etablierung von <b>Geschlechterapartheid in westlichen Gesellschaften <\/b>und die Erringung einer Art Sonderstellung f\u00fcr &#8222;den Islam&#8220;, kurz die Etablierung der <b>Scharia als Alternative<\/b> zu weltlichen Gesetzen. Und bisher war das einigerma\u00dfen erfolgreich f\u00fcr den Islamismus. Der Angriff auf die Meinungsfreiheit hat l\u00e4ngst zu einer <b>Selbstzensur im Westen <\/b>gef\u00fchrt &#8211; und der Begriff der &#8222;Islamophobie&#8220; soll sie weiter zementieren.\u00a0 Islamkritik, wie auch immer sie sich \u00e4u\u00dfert, kann heute auch in Europa t\u00f6dliche Folgen haben. Das Schicksal von Theo van Gogh vor Augen, \u00fcberlegt man sich dieser Tage lieber zweimal, wie heftig man den Islam und seinen Propheten denn kritisieren mag.<\/p>\n<p>Nehmen wir einen weiteren seltsamen Umstand hinzu: Der potenziell beleidigte Muslim schafft politischen Mehrwert. Der real verfolgte Christ nicht. Interessanterweise spricht niemand &#8211; und schon gar nicht die Entdecker der &#8222;Islamophobie&#8220; &#8211; von, sagen wir, Christophobie. Immerhin sind <b>Christen<\/b> weltweit die am meisten bedr\u00e4ngte religi\u00f6se Gruppe (mit Ausnahme der Bahais im Iran). Verfolgt und diskriminiert vor allem, aber nicht nur, in sehr vielen muslimischen L\u00e4ndern. Ein Zufall?<\/p>\n<p>Worin liegt also der<b> politische Mehrwert<\/b> der &#8222;Islamophobie&#8220;?<\/p>\n<p>Zuerst einmal in dem Umstand, dass f\u00fcr die Verfechter dieses Konstrukts ihre kleine heile Welt wieder ins rechte Lot rutscht. Nat\u00fcrlich ist es irritierend, dass Rechtspopulisten im Zeichen ihrer Islamobsession pl\u00f6tzlich die <b>Liebe zu Israel <\/b>entdecken, und Meinungsfreiheit und Frauenemanzipation als abendl\u00e4ndische Errungenschaften feiern. Und man selbst als aufrechter Linker und Antirassist sich dagegen mittlerweile Seite an Seite mit Islamisten und reaktion\u00e4ren Klerikern wiederfindet und f\u00fcr Kopft\u00fccher und religi\u00f6se Zwangsidentit\u00e4ten einstehen muss. Aber wenn es denn so etwas wie &#8222;Islamophobie&#8220; gibt, dann ist der eigene Kampf auch hier wieder ein aufrechter.<\/p>\n<p>Aber es geht um noch mehr; schlie\u00dflich soll die &#8222;Islamophobie&#8220; keinesfalls nur als ein Rassismus unter anderen erscheinen. Nein, sie muss gleich ganz wo anders verankert werden, denn wer sie nicht irgendwie <b>mit Antisemitismus <\/b>vergleicht, in Verbindung bringt oder doch zumindest abgrenzt, hat die Spielregeln nicht verstanden. &#8222;Ist Islamophobie der moderne Antisemitismus?&#8220; fragt deshalb treffsicher Micha Brumlik in der <i>Frankfurter Rundschau<\/i>. Er hat verstanden. Alleine schon <b>der Vergleich selbst<\/b> verschafft dem Begriff n\u00e4mlich eine Bedeutung, ja Aura, die er alleine so keineswegs h\u00e4tte. Und so mussten sich gerade in Deutschland die Antisemitismusforscher seiner annehmen, um ihn hoff\u00e4hig machen zu k\u00f6nnen. Auf einer Tagung in Tutzing, die ausgerechnet vom <b>Moses-Mendelssohn-Zentrum <\/b>mit veranstaltet wird (<a href=\"http:\/\/www.uni-potsdam.de\/db\/mmz-potsdam\/index.php?ID_seite=499\" target=\"_blank\">Programm<\/a>), werden sich die Referenten im Januar laut Einladung etwa den &#8222;Vorurteilen gegen Juden und Muslimen widmen&#8220;, um &#8222;M\u00f6glichkeiten und Grenzen des Vergleichs auszuloten&#8220;.<\/p>\n<p>Die &#8222;wissenschaftliche&#8220; Beweisf\u00fchrung dabei ist arg d\u00fcnn. Man vergleicht historisch. Und man sagt gleich immer dazu, dass man nat\u00fcrlich vergleichen d\u00fcrfe. Es klingt nicht umsonst nach jener f\u00fcrchterlichen Sprachfigur, die fr\u00fcher gang und gebe war: Man wird doch noch sagen d\u00fcrfen, dass?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kann man alles M\u00f6gliche miteinander vergleichen, die Methode allein ist nicht besonders ergiebig und tr\u00e4gt nicht weit. Und die Erkenntnis? Als Kurzfassung: <b>Treitschke <\/b>hat fr\u00fcher was gegen Juden gesagt, <b>Sarrazin <\/b>heute gegen Muslims, ergo? Vollenden Sie den Satz selbst. (F\u00fcr <b>Patrick Bahners<\/b>, Feuilletonchef der <i>FAZ<\/i>, ist <b>Necla Kelek <\/b>der Treitschke des 21. Jahrhunderts, mehr <a href=\"http:\/\/www.uni-potsdam.de\/db\/mmz-potsdam\/index.php?ID_seite=499\" target=\"_blank\">hier<\/a>, in seinem im Februar erscheinenden <a href=\"http:\/\/www.chbeck.de\/productview.aspx?product=5726297\" target=\"_blank\">Buch<\/a> gegen &#8222;Die Republik der Islamkritiker&#8220; wird er die These zementieren.)<\/p>\n<p>Wer sich heutzutage nurmehr in diskurstheoretischen \u00c4u\u00dferungen \u00fcber Feindbildkonstruktionen und &#8222;Vorurteile&#8220; auslassen kann, behauptet damit von sich nicht einmal mehr, einen Begriff von Gesellschaft zu haben. Die so genannte <b>Judenfrage <\/b>war im 19. Jahrhundert eine um die Verfasstheit b\u00fcrgerlicher Gesellschaft selbst. Allgemeine Emanzipation, so die Forderung zu vieler Aufkl\u00e4rer, habe die Juden zu Staatsb\u00fcrgern zu machen, ihr Sonderstatus m\u00fcsse beseitigt werden. Freiheit sollte eine seine, in der jede vormoderne, vor allem religi\u00f6s begr\u00fcndete Differenz zu eliminieren sei. Dass ausgerechnet die Juden ins Zentrum dieser Debatte gerieten, ja von Voltaire bis Treitschke sich die Geistesgr\u00f6\u00dfen des 18. und 19. Jahrhunderts manisch an ihnen abarbeiteten, ist zugleich nicht nur verheerend f\u00fcr die Juden gewesen, sondern zeigte immer auch die <b>Grenzen der b\u00fcrgerlichen Emanzipation <\/b>auf. Ihr Misslingen machte die Vernichtung der Juden im Jahrhundert danach erst m\u00f6glich. Suchte man diskriminierte Gruppen im vorletzten Jahrhundert, man k\u00f6nnte sich den Polen in Deutschland oder Protestanten in Frankreich zuwenden und ihre Lage mit europ\u00e4ischen Muslimen der Gegenwart vergleichen. Dabei ginge es dann tats\u00e4chlich um Fragen nach &#8222;Vorurteilen&#8220; und parziell rassistischer und\/oder religi\u00f6ser Diskriminierung. Das allerdings lockte keinen Hund hinter dem Ofen hervor.<\/p>\n<p>Bei einem wirklichen &#8222;historischen&#8220; Vergleichen w\u00e4ren die Unterschiede zwischen &#8222;damals&#8220; und heute so himmelschreiend, dass man den Vergleich gar nicht erst beginnen w\u00fcrde. Es sei denn, man folgt <b>einer politischen Agenda <\/b>und nicht dem Erkenntnisinteresse.<\/p>\n<p>Die Konflikte zwischen Islamismus und einer offenen Gesellschaft <b>sind real<\/b>. Sie sind keine Projektion. Dass ein Ideologe wie der t\u00fcrkische Au\u00dfenminister \u00fcber eine Islamisierung Europas nachdenkt, kann man ebenso nachlesen, wie den hybriden Anspruch l\u00e4ngst deutschsprachiger Jihadisten, als &#8222;Muslim&#8220; dem schmutzigen &#8222;Kuffar&#8220; unendlich \u00fcberlegen zu sein. Es gibt nicht zuletzt islamische Staaten, die massiv &#8222;islamische&#8220; Interessen auch und gerade in L\u00e4ndern des Westens vertreten, mit Geld und Propaganda. Das wiederum sollte keineswegs zum R\u00fcckkehrschluss verleiten, dass jeder Muslim, und damit sind Menschen gemeint, die sich selbst auch als gl\u00e4ubig verstehen, und nicht nur aus islamisch dominierten L\u00e4ndern stammen, nun die Islamisierung Europas vorantreiben wollte. Aber islamische Kleriker, Politiker und Ideologen, die vor allem den globalen Anspruch ihres &#8222;Islam&#8220; unterstreichen, sind Legion. Sie haben in den letzten drei\u00dfig Jahren beispielsweise das <b>Kopftuch <\/b>\u00fcberhaupt erst zu dem politischen Symbol aufgeblasen, an dem Kritik fortan als &#8222;islamophob&#8220; unterdr\u00fcckt werden soll.<\/p>\n<p>Vergleichen wir noch einmal kurz: Wo waren sie eigentlich damals, 1871ff. die j\u00fcdischen M\u00e4chte und Pressure Groups? Wer hat je von lautstarken j\u00fcdischen Forderungen nach kultureller Sensibilit\u00e4t der j\u00fcdischen Kultur gegen\u00fcber geh\u00f6rt, der sich die Nichtjuden notfalls eben anzupassen h\u00e4tten? Von Forderungen zumindest einzelner Rabbis nach j\u00fcdischer Weltherrschaft?<\/p>\n<p>Nun, Vorstellungen davon waren durchaus existent &#8211;\u00a0 in den <b>K\u00f6pfen der Antisemiten<\/b>, das ist der Witz dabei. Tats\u00e4chlich wollten sich die Juden in Deutschland nachgerade verzweifelt assimilieren. Aber das hat den Antisemiten nie interessiert. Der Jude sollte sich nicht integrieren. Er sollte aus Prinzip verschwinden. Das hat mit &#8222;Vorurteilen&#8220; rein gar nichts zu tun.<\/p>\n<p>Und hier schlie\u00dft sich der Kreis; je dr\u00e4ngender auf &#8222;Islamophobie&#8220; als neuer Realit\u00e4t insistiert wird, desto &#8222;normaler&#8220; erscheint zugleich der Antisemitismus. Die &#8222;Dialektik der Aufkl\u00e4rung&#8220; wird dem Vergessen anheim gegeben. Als Besonderheit des Antisemitismus soll nicht mehr der wahnhafte Vernichtungsdrang zu erkennen sein, der ihn grunds\u00e4tzlich vom &#8222;normalen&#8220; Rassismus unterscheidet, und immer unterschieden hat. Er wird einfach zum Vorurteil unter anderen Vorurteilen umdeklariert, der \u00dcberlebende von Auschwitz wird zum Diskriminierten neben anderen Diskriminierten. Wenn der &#8222;Jude von heute&#8220; endlich ein Muslim von nebenan ist, braucht man \u00fcber eliminatorischen Antisemitismus nicht mehr sprechen &#8211; auch nicht \u00fcber den zeitgen\u00f6ssischen, der etwa von Teheran aus die Vernichtung Israels propagiert und tatkr\u00e4ftig vorbereitet. Sicher, die Schrecken des 20. Jahrhunderts werden damit irgendwie wieder handhabbar. Ginge es nur um Vorurteile, dann h\u00e4tte Auschwitz mit gut gemeinter p\u00e4dagogischer Aufkl\u00e4rung verhindert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So bedient der Begriff der Islamophobie kongenial ganz unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse, denen eines gemein ist: <b>mit Emanzipation <\/b>haben sie nichts am Hut, und ebenso auff\u00e4llig ist das Fehlen <b>jedweder Empathie <\/b>mit den Menschen, in deren Namen man da angeblich spricht. Der reale Muslim, ebenso wie die anderen vermeintlich &#8222;Diskriminierten&#8220;, geraten zum reinen Spielmaterial des Diskurses.<\/p>\n<\/div>\n<p>(zusammen mit Thomas von der Osten-Sacken<b><br \/>\n<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen im Perlentaucher: Islamistische Lobbies haben den Begriff der &#8222;Islamophobie&#8220; konstruiert, um ihn mit dem des Antisemitismus zu parallelisieren. Westliche Intellektuelle machen sich zu Nachbetern dieser Ideologie. Holland, die Schweiz und sogar das nette D\u00e4nemark; es scheint tats\u00e4chlich mehr als besorgniserregend: europ\u00e4ische Parteien stacheln &#8222;anti-muslimische Ressentiments&#8220; auf und versuchen mit &#8222;Islamophobie&#8220; W\u00e4hlerstimmen einzuheimsen. 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