{"id":143,"date":"2015-09-25T11:41:12","date_gmt":"2015-09-25T09:41:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.geschichtsrallye.de\/?p=143"},"modified":"2016-06-29T17:44:48","modified_gmt":"2016-06-29T15:44:48","slug":"christen-im-nahen-osten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.geschichtsrallye.de\/?p=143","title":{"rendered":"Christen im Nahen Osten"},"content":{"rendered":"<div class=\"head\">\n<p class=\"intro\"><strong>Die Diskriminierung und Verfolgung von Christen im Nahen Osten hat eine ebenso lange und verh\u00e4ngnisvolle Geschichte wie die Gleichg\u00fcltigkeit des Westens.<\/strong><\/p>\n<p>Es geschah im August in Simele, einer Kleinstadt nahe Dohuks an der t\u00fcrkisch-irakischen Grenze: Eine Gruppe schwerbewaffneter M\u00e4nner er\u00f6ffnete nach der widerstandslosen Entwaffnung der dort lebenden assyrischen Christen das Feuer auf die Einwohner. Als sich einige der Menschen dicht gedr\u00e4ngt in ihre H\u00e4user zu retten versuchten, wurde durch die Fenster geschossen, bis sich dahinter nichts mehr regte. In den Wochen zuvor war es bereits zu \u00dcberf\u00e4llen auf assyrische Ansiedlungen und zu Massent\u00f6tungen gekommen, \u00fcber 60 D\u00f6rfer im Nordirak waren betroffen, vermutlich rund 3\u2009000 Menschen mussten ihr Leben lassen. Emp\u00f6rung im Westen war die Folge, f\u00fcr ein paar Tage war das Thema in aller Munde: die gewaltsame Verfolgung der Christen im Irak.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"body\">\n<p>Nein, die Rede ist hier nicht von al-Qaida oder anderen islamischen Gotteskriegern, die erst im November 2010 zur finalen Vernichtung des orientalischen Christentums aufgerufen haben. Die T\u00e4ter geh\u00f6rten der damals gerade neu geschaffenen irakischen Armee an. Denn das Massaker von Simele, f\u00fcr das erstmals der Begriff Genozid Verwendung fand, ereignete sich im Jahre 1933. Wie der V\u00f6lkermord an den Armeniern zuvor das Fundament der modernen T\u00fcrkei legte, so standen am Beginn der irakischen Staatswerdung die Massaker an den Assyrern, die man nicht etwa zu vertuschen versuchte, sondern sogar als Heldentaten feierte: Den irakischen Soldaten wurde eine triumphale Heimkehr bereitet, in Mossul errichtete man Ehrenbogen, symbolhaft best\u00fcckt mit blutbespritzten Melonen, in denen Dolche steckten, der Einzug des Milit\u00e4rs in Bagdad muss Zeitzeugen zufolge wie ein Rausch auf die jubelnde Bev\u00f6lkerung gewirkt haben.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Autor von \u00bbRepublic of Fear\u00ab, des Standardwerks \u00fcber den Irak unter Saddam Hussein, Khanan Makyia, manifestierte sich in den Morden an den Assyrern \u00bbein nahtloses Netz religi\u00f6ser, tribaler, ethnischer, nationalistischer und militaristischer Gef\u00fchle\u00ab, das zu einer \u00bbneuartigen Form der Hysterie und konfessioneller Politik\u00ab unter dem Label \u00bbAntiimperialismus\u00ab gef\u00fchrt habe. Alles, was sp\u00e4ter so leidvoll den modernen Irak ausgemacht habe \u2013 die nationalistische Hysterie, grassierende Verschw\u00f6rungstheorien, eine weitgehende Militarisierung und sp\u00e4ter Islamisierung der Gesellschaft \u2013, habe hier seinen ersten, genuinen Ausdruck gefunden.<\/p>\n<p>Im August 1933 kamen paradigmatisch Entwicklungsstr\u00e4nge zusammen, die eine immer breitere Spur der Verheerung durch die Region des Nahen Ostens ziehen sollten\u00a0\u2013 bis heute. Der Bombenanschlag auf die koptischen Kirchg\u00e4nger in Alexandria zum Jahreswechsel war keineswegs nur ein perverser Akt islamistischer Glaubenskrieger. Es geht um die lange und zuletzt fast nur noch desastr\u00f6se Geschichte einer ganzen Weltregion im Zeichen des Islam.<\/p>\n<p>Die blutige Geschichte des 20.\u2009Jahrhunderts in der Region lie\u00dfe sich auch als eine der systematischen Vertreibung und Auschaltung aller nichtmuslimischen Gruppen schreiben. Ob auf dem Gebiet der heutigen T\u00fcrkei, in \u00c4gypten, dem Irak oder im Iran: Vor 100 Jahren noch lebten hier Millionen von Christen und Juden, in St\u00e4dten wie Bagdad stellten arabische Muslime nicht einmal die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung. Dann rollte \u00fcber den Orient jene Welle ethnischer und nationaler Homogenisierung hinweg, die gleichzeitig auch in Mittel- und Osteuropa zu Massenvertreibungen von Minderheiten aller Art f\u00fchrte. Dies l\u00e4sst sich an den Assyrern im Irak beispielhaft zeigen. Aus Menschen, die sich selbst darauf beriefen, seit biblischen Zeiten in ihren Landstrichen zu leben, war 1933 pl\u00f6tzlich ein Problem geworden, das es zu \u00bbl\u00f6sen\u00ab galt\u00a0\u2013 f\u00fcr den frischgebackenen \u00bbarabischen\u00ab Nationalstaat Irak ebenso wie f\u00fcr die Mandatsmacht England, und nicht zuletzt auch f\u00fcr den V\u00f6lkerbund. Ein Teil der Betroffenen der Pogrome vom August 1933 waren bereits Vertriebene. Neben den christlichen Armeniern als Hauptzielgruppe der Ausl\u00f6schung waren auch Assyrer von der Verfolgung durch die jungt\u00fcrkische Regierung w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs betroffen. Sie mussten damals aus ihren Siedlungsgebieten im heutigen S\u00fcdosten der T\u00fcrkei fl\u00fcchten. Nur um der n\u00e4chsten Nationalstaatswerdung in die Quere zu kommen, diesmal der arabischen Iraker.<\/p>\n<p>Die Briten wiederum hatten sich die ungesicherte Lage der Assyrer nach dem Ersten Weltkrieg zu Nutze gemacht und mit Hilfe assyrischer Verb\u00e4nde die nationalistische arabische Aufstandsbewegung im Irak erfolgreich bek\u00e4mpft. Die auf britische Sicherheitsgarantien hoffenden Christen wurden von der Mandatsmacht allerdings auch schnell wieder fallen gelassen, nachdem sich die beharrlichen Bem\u00fchungen der Assyrer, ein gesichertes Territorium innerhalb des entstehenden irakischen Nationalstaates einzufordern, politisch mehr und mehr als st\u00f6rend erwiesen. Den aufkeimenden arabischen Nationalismus zu bedienen, erschien aus britischer Sicht realpolitisch erfolgversprechender, Massaker an Christen hin oder her.<\/p>\n<p>Die Assyrer schafften es allerdings, dass sich der V\u00f6lkerbund ihrer Sache annahm; und hier schlie\u00dft sich der historische Leidenskreis der christlichen Iraker in der Gegenwart. Forderten sie Anfang der drei\u00dfiger Jahre vom V\u00f6lkerbund wenn nicht eine eigene christliche Provinz im Irak, dann eben die gesicherte Auswanderung, so hat diese 80 Jahre und zahl- und namenlose Tote sp\u00e4ter l\u00e4ngst stattgefunden, vor allem in den vergangenen 20 Jahren. Christliche Iraker leben heute in Deutschland, Schweden oder Australien, im Zweistromland existieren sie nurmehr auf Abruf. Und wie schon einmal Jahrzehnte zuvor fordern die noch Zur\u00fcckgebliebenen angesichts von gezieltem islamistischem Terror, der sich in Morden, Vergewaltigungen und Entf\u00fchrungen entl\u00e4dt, erneut eine autonome Christenprovinz im Irak. Dass sich diesmal an Stelle Englands die USA f\u00fcr sie einsetzen werden, ist wiederum mehr als fraglich. Gilt es doch realpolitisch und kurzfristig erneut, andere Interessen zu bedienen, mittlerweile weniger nationalistische als nun vielmehr vermeintlich \u00bbmuslimische\u00ab. Immerhin hat der irakische Staatspr\u00e4sident Jalal Talabani im vergangenen Jahr ge\u00e4u\u00dfert, er habe keine Einw\u00e4nde gegen eine christliche Provinz. Dass diesen Worten Taten folgen werden, scheint aber mehr als unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Kopten wie orthodoxe Assyrer, Maroniten, Chald\u00e4er-Katholiken sowie weitere religi\u00f6se Splittergruppen \u00a0\u2013 sie waren dem Abendland sowieso immer eher suspekt. Wenn es gerade passte, ob zu Zeiten der Kreuzz\u00fcge oder im Zuge imperialer Unternehmungen des 19.\u2009Jahrhunderts, war man kurzfristig bereit, auf das Schicksal der Christen hinzuweisen und sich, wie im Falle der Maroniten im Libanon, als deren Schutzmacht zu gerieren. In der Regel aber waren orientalische Christen schlecht beraten, sich an Europa oder sp\u00e4ter die USA als vermeintliche Schutzm\u00e4chte zu wenden: Von ihren Landsleuten als Agenten des \u00bbImperialismus\u00ab verfolgt, blieb regelm\u00e4\u00dfig jede Hilfe von au\u00dfen aus. Franz Werfel hat in seinem Roman \u00bbDie 40\u00a0Tage des Mussa Dagh\u00ab festgehalten, wie Europa dem V\u00f6lkermord an den Armeniern zuschaute. Die wenigen \u00dcberlebenden wurden zwar im Roman wie in der Wirklichkeit von der Entente evakuiert, aber nur um die M\u00e4nner postwendend wieder zu bewaffnen und sie in sinnlosen K\u00e4mpfen gegen die Soldaten Atat\u00fcrks zu verheizen.<\/p>\n<p>Heute werden die Christen des Nahen Ostens allenfalls als bedrohte exotische Spezies auf der Artenschutzliste gesehen, wenn nicht gleich die Perspektive ihrer Verfolger \u00fcbernommen wird. Da wird reflexhaft auf die gewaltt\u00e4tige Geschichte des Christentums verwiesen, als ob man die gezielten Vergewaltigungen von christlichen M\u00e4dchen in Bagdad gerechterweise dagegen aufrechnen k\u00f6nne. Aus antiimperialistischer Perspektive gesehen stehen die orientalischen Christen unter dem Verdacht, es zumindest verdeckt mit dem Westen zu halten. Auch f\u00fcr die panarabischen M\u00f6rder von Simele war das keine Frage, ebenso wenig wie f\u00fcr al-Qaida heute. Massaker an Christen galten und gelten als heroischer Widerstand gegen Imperialismus, Zionismus und andere Feinde. Da hilft es nicht, dass die ortsans\u00e4ssigen religi\u00f6sen christlichen F\u00fchrer seit Jahrzehnten fast unterw\u00fcrfig ihre Loyalit\u00e4t mit den je regierenden Machthabern erkl\u00e4ren und in der Regel sogar jederzeit bereit sind, im Westen und in Israel die Wurzel allen \u00dcbels zu sehen. Sie st\u00f6ren einfach das so simpel wie erfolgreich gestrickte dichotomische Weltbild von Gut und B\u00f6se im Nahen Osten. Dieses scheinbar so eindeutige Geschichtsbild, das gerne mit einer teils gen\u00fcsslichen Selbstanklage unterlegt wird, wird der Realit\u00e4t der Region jedoch nicht gerecht.<\/p>\n<p>So stellen die Massaker an den Assyrern 1933 ein weiteres verst\u00f6rendes historisches Verbrechen dar. Wie so oft im Nahen Osten der vergangenen 100 Jahre folgte der Trag\u00f6die die n\u00e4chste. Es waren ausgerechnet kurdische Stammeskrieger, die der Aufforderung der Araber, sich an ihren assyrischen Nachbarn zu vergehen, nicht hatten widerstehen k\u00f6nnen. Wie schon beim Massenmord an den Armeniern, als kurdische Irregul\u00e4re Seite an Seite mit der osmanischen Armee \u00fcber benachbarte Christen hergefallen waren. Zu der furchtbaren Logik der neueren Geschichte des Nahen Ostens geh\u00f6rt, dass die Kurden von Handlangern der Vertreibung von Armeniern und Assyrern umgehend selbst zur n\u00e4chsten Zielgruppe ethnischer Bereinigung wurden. Der Einbruch nationalistischer Ideologie und ihrer modernen Machtmittel in diese damals partiell noch archaischen, tribal strukturierten osmanischen Provinzen zerst\u00f6rte das fragile, \u00fcber Jahrhunderte gewobene ethnisch-religi\u00f6se Geflecht. Ein unerbittlicher Prozess wurde damit in Gang gesetzt, der im vergangenen Jahrzehnt eine Beschleunigung erfahren hat. L\u00e4ngst erscheint der Nahe Osten im Weltbewusstsein als genuin muslimische Region, die offenbar nie etwas anderes gewesen sein kann; dabei ist dieser monochrome muslimische Orient, in dessen Schattierungen man h\u00f6chstens noch die Unterscheidung zwischen Sunniten und Schiiten, Kurden, T\u00fcrken, Arabern und Persern wahrnimmt, erst ein Ergebnis j\u00fcngster Geschichte. Denn anders als Europa war die \u00bbmuslimische Welt\u00ab, also jenes Gebiet zwischen der Stra\u00dfe von Gibraltar und Indonesien, religi\u00f6s nie homogen. Im Gegenteil: Bis weit in das 19.\u2009Jahrhundert hinein regierten muslimische Herrscher \u00fcber Gebiete, in denen sogar teilweise die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Bev\u00f6lkerung nicht islamisch war.<\/p>\n<p>Vor allem das von den Muslimen seit dem 7.\u00a0nachchristlichen Jahrhundert eroberte Gebiet zwischen Spanien und dem Iran war zivilisatorisch und religi\u00f6s hochentwickelt und ausdifferenziert. Die arabischen Muslime \u00fcbernahmen dort als Eroberer Staats- und Wirtschaftssysteme, denen ihre eigenen strukturell unterlegen waren. Sie traten demgem\u00e4\u00df \u00fcber lange Zeit vornehmlich als religi\u00f6s begr\u00fcndete Kriegerkaste auf, die Handel oder Verwaltung Nichtmuslimen oder Konvertiten \u00fcberlie\u00df. Ein Muster, das sich speziell noch im letzten gro\u00dfen muslimischen Imperium, dem osmanischen, wiederfindet. Im Unterschied zur Christianisierung Nord- und Mitteleuropas war die urspr\u00fcngliche Ausbreitung des Islam nicht missionarisch, sondern vornehmlich milit\u00e4risch. Das ist ein historisch vermutlich sehr wirkungsm\u00e4chtiger Unterschied zwischen \u00bbOst\u00ab und \u00bbWest\u00ab, der jenseits von theologisch-ideologischer Aufrechnerei eher zum Verst\u00e4ndnis von solchen Ph\u00e4nomenen wie dem \u00bbtoleranten\u00ab Spanien der Mauren oder dem \u00bbkosmopolitischen\u00ab Bagdad der Abbasiden beitr\u00e4gt. Nichtmuslimische Gruppen wurden, abgesehen von Zeiten offener Verfolgung, die es auch und immer wieder gab, programmatisch geduldet, solange sie sich als \u00bbDhimmis\u00ab dem islamischen Staat unterwarfen und eine strukturelle Entrechtung im Alltag in Kauf zu nehmen bereit waren. Die muslimischen Herrscher zielten eben nicht darauf ab, gnadenlos zu missionieren, sie hatten allein schon durch Steuern f\u00fcr Ungl\u00e4ubige ihren Vorteil. Die Existenz von orientalischen Christen stellte so weder das Selbstverst\u00e4ndnis der muslimischen Herrscherkaste in Frage, selbst einer \u00fcberlegenen Religion und Kultur anzugeh\u00f6ren, noch warf es grundlegende staatspolitische Probleme auf. Im Gegenteil, im Osmanischen Reich etwa bestand ein gro\u00dfer Teil der Verwaltungs- wie Milit\u00e4relite fortw\u00e4hrend aus Konvertiten.<\/p>\n<p>Dies \u00e4nderte sich, als man auch im Nahen Osten allerorten begann, sich f\u00fcr moderne nationalstaatliche Ideen zu erw\u00e4rmen. Mit dem Aufkommen der Muslimbruderschaft und anderer dezidiert islamistischer Organisationen wuchs sich \u00bbder Islam\u00ab zugleich zu einer politischen Ideologie aus. Diese Gemengelage erwies sich als fatal, die Religionszugeh\u00f6rigkeit wurde zu einem nationalen Politikum. Auch wenn der scheinbar s\u00e4kulare Panarabismus Christen inkorporierte, hatten diese sich bereitzuerkl\u00e4ren, fortan als christliche \u00bbAraber\u00ab zu fungieren und die \u00dcberlegenheit der arabischen Kultur und damit letztlich des Islam anzuerkennen.<\/p>\n<p>Hingegen ging es den nah\u00f6stlichen Minderheiten weniger darum, religi\u00f6se Toleranz einzufordern, sondern nationale Rechte. Die Trag\u00f6die des 20.\u2009Jahrhunderts aber ist: Nur dort, wo es Minderheiten gelang, sich nationalstaatlich zu etablieren, war ihr \u00dcberleben gesichert. Daf\u00fcr steht Israel, aber auch Armenien. Insofern ist der Konflikt um die nah\u00f6stlichen Christen auch weit mehr ein nationaler als ein religi\u00f6ser und erinnert deshalb so ungut an europ\u00e4ische Geschichte selbst. Eine Zukunft haben die Christen im Nahen Osten nur, sollte sich die Region endlich grundlegend transformieren. S\u00e4kulare Rechtsstaaten m\u00fcssten entstehen, in denen der einzelne B\u00fcrger im Zentrum steht und nicht das vermeintliche muslimische Hauptkollektiv mit untergeordneten Minderheitengruppen, denen mal mehr, mal weniger Rechte zugebilligt werden.<\/p>\n<p>Der Appell an arabische Potentaten, in Zukunft doch bitte noch mehr Polizei vor Kirchen zu postieren, wird jedenfalls nicht weit f\u00fchren. Nur bis zum n\u00e4chsten Anschlag. Denn nicht al-Qaida ist das eigentliche Problem und nicht Mubarak. Weil es auch im Westen kein Interesse gibt, eine grunds\u00e4tzliche Ver\u00e4nderung zu forcieren, sondern nur, Stabilisierung zu betreiben, wird alles wohl beim Alten bleiben. Das geheuchelte Mitgef\u00fchl mit den Christen im Irak, \u00c4gypten und anderswo in der Region ist ebenso berechenbar wie die pl\u00f6tzliche Flut der zu Anfang des Jahres ver\u00f6ffentlichten Artikel \u00fcber Christenverfolgung. Sie werden so schnell ins Archiv wandern wie die aus dem Jahre 1933. Und die Christen werden weiter vor der Wahl stehen, auf den n\u00e4chsten Anschlag zu warten oder eben die Koffer zu packen.<\/p>\n<\/div>\n<p>(Zusammen mit <em>von Thomas von der Osten-Sacken)<\/em><\/p>\n<p>Erschienen in der <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2011\/02\/42417.html\"><em>Jungle World<\/em> 2\/11<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Diskriminierung und Verfolgung von Christen im Nahen Osten hat eine ebenso lange und verh\u00e4ngnisvolle Geschichte wie die Gleichg\u00fcltigkeit des Westens. 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